Essen wie es im Buche steht von Tina Hüttl 17.09.2017

Artikel von Constanze Hallersleben für Cremeguide Berlin 01.09.2017

Wie man als One-Man-Show ein derartiges Niveau in der Küche hinlegen kann, wird uns auch dies Mal ein absolutes Rätsel bleiben. Dabei ist Udo Knörlein sehr kreativ und vereint spannende Komponenten auf den Tellern, die sich zu einem harmonischen Ganzen zusammenfügen und die von Daniela Meyer so natürlich und zuvorkommend serviert werden, dass es eine wahre Freude ist.

Am alten, typisch Westberlinerischen Interieur des Vorgängers wurde wenig verändert. Lediglich eine wachsende Anzahl an Bücherregalen, ausschließlich befüllt mit Kochbüchern, soll nach und nach das Ambiente dominieren. Gemütlich ist es. Drinnen wie draußen. Dabei sitzt man unter der umlaufenden Markise sogar während längerer Regenschauer sicher geschützt und kann sich voll und ganz den kulinarischen Genüssen hingeben.

Daniela Meyer bringt glutenfreies Brot und serviert aufgrund von Milchprodukte-Unverträglickeit, statt der üblicherweise servierten Cremes, ein Gurkensüppchen mit fermentierten Gurkenstreifen, gedünsteter Frühlingszwiebel, winzigen Pilzen sowie geriebenem Speck und Blumenkohl als Topping. Ein gekonntes Spiel mit den Komponenten und ein gelungener Auftakt für ein Sommer-Menü. Totale Begeisterung!

Eine kalte Blumenkohl-Kokos Suppe mit Lavendel-Sahne und gehobelten Mandeln, hinterlässt bei meiner Begleitung einen ebenso guten Eindruck, wie meine Vorspeise "Jacobsmuschel & Durroc Schweinebauch" mit Buchweizen und Ananaschutney, fein geschnittenen Zuckerschoten, Sesam und Sepia-Mayonnaise. Erneut ein Kracher!

Nicht weniger gelungen unser beider Hauptgang: Ein auf den Punkt gebratenes Filet vom Schwarzen Heilbutt mit Erbsencreme und Erbsen, Rhabarber Chutney, Weißweinsoße und einem phänomenalen Tomatenküchlein. Dabei bin ich grundsätzlich kein Freund, der allzu kleinteiligen Küche, doch Udo Knörlein bekommt das ganz wunderbar hin.

Und auch das Dessert lässt uns nicht aus der Schwärmerei herauskommen. Das vegane Schokoladenküchlein mit Granny Smith Parfait am Stil, bestreut mit Kokospulver ist schlicht eine Wucht. Und dabei kommt, was sich so prätentiös anhört, in der Kitchen Library ganz selbstverständlich und sehr bescheiden daher. Ein unkomplizierter Ort mit fantastischem Essen. Unbedingt hingehen!

Zum kompletten Artikel mit Fotos geht es hier:

https://www.cremeguides.com/de/berlin/artikel/kitchen-library-charlottenburg/

Artikel im Zitty & tip Berlin August 2016

Artikel von Creme Guide Juni 2016

Artikel in der Esspress Mai 2016

Artikel in der Berliner Zeitung vom 13.06.2016

Fizzz Magazin 22.April 2016

Schmökern erlaubt

Text: Jan-Peter Wulf

In die Schweiz, in den Schwarzwald und auch nach Berlin reiste sie mit, die Bibliothek aus mittlerweile über 250 Kochbüchern, die Udo Knörlein im Laufe von zehn Jahren gesammelt hat. Jetzt stehen sie aber nicht mehr in der Wohnung, sondern in seinem eigenen Restaurant, der „Kitchen Library“ in der Bleibtreustraße in Berlin-Charlottenburg. „Langsam wurde der Platz zu Hause auch eng“, erzählt er schmunzelnd. Seine Gäste dürfen gerne schmökern und sich bei Gefallen ein Rezept notieren oder ein Foto machen.

Schlemmen dürfen sie bei ihm sowieso – zur Auswahl stehen Casual- und Fine-Dining- Speisen: Bei Letzterem liegt der Fokus auf Deutsch-Regionalem und Französischem, trotz des gehobenen Niveaus jedoch (auch preislich) zugänglich für jedermann. Wer es hingegen „casual“ bevorzugt, bekommt z. B. Berlins zurzeit einzigen Texas-Longhorn-Burger, Fish & Chips oder frische, selbstgemachte Pasta. Weitere Spezialitäten: gebeizte Forelle, Roggen, Portulak-Creme und Büffelmilch-Eis, Sauerbraten nach Großmutters Rezept mit Miniknödeln und Wirsing oder Apfelstrudel mit Popcorn-Eis. Das Brot stellen Knörlein und sein Team selbst her, das Gemüse von Brandenburger Bauern fermentieren sie vor Ort. Neben einer Weinbegleitung zum Menü arbeitet Knörlein auch daran, korrespondierende Craftbiere anzubieten.

Da fehlt eigentlich nur noch eines: das eigene Kochbuch!

Kontakt:

Bleibtreustraße 55

10623 Berlin

030 3125449

http://www.kitchen-library.de

Berlin ick liebe dir 18.04.2016

In Charlottenburg, unweit des Savignyplatzes, hat seit Anfang März die Kitchen Library ihre Tore geöffnet. Hier schließen sich fine und casual dining nicht aus, sondern ergänzen sich ganz hervorragend.

Casual Fine Dining im Kitchen Library

Das Konzept der Besitzer, Udo Knörlein und Freundin Daniela Meyer, lässt aufhorchen: gehobene Mehrgang-Küche und zwanglose feel-good Kreationen, angeboten unter einem Dach, für ein diverses Klientel, dass sich einerseits noch an das fine dining herantasten möchte und dennoch den Service eines Spitzenrestaurants erwartet und sich andererseits in lockerer Atmosphäre Klassiker wie Burger oder Fish & Chips munden lassen will. In den ehemaligen Räumlichkeiten eines Italieners der 25 Jahre vor Ort war, heißt es nun für die Kitchen Library sich behaupten – bei Stammgästen, Nachbarn, Berlin’s foodie Gemeinde und Touristen, die (noch) selten gewillt sind die wenigen Schritte, die das Restaurant vom Savignyplatz trennen, zu gehen.

Wenig wissen sie darüber welche kulinarischen Highlights sie verpassen. Udo und die Kochbuchsammlung Udo Knörlein, gelernter Koch aus Leidenschaft mit Stationen in Deutschland und der Schweiz, Food Blogger und passionierter Kochbuchsammler, hat sich mit der Kitchen Library einen Lebenstraum erfüllt. Aha, daher auch der Name – können doch die Gäste in circa 300 Kochbüchern, größtenteils auf Deutsch, doch auch einige auf Englisch, vor, während und nach dem Essen schmökern. Auszuleihen sind diese zwar nicht, aber eine tolle Inspiration und Gesprächsthema sollte die Konversation mal stocken. Atmosphäre und Einrichtung Es gibt 50 Sitze innen und nochmal 40 draußen. Rot und braun dominieren den einladenden Gastraum, Kerzen sorgen am Abend für ein warmes Licht und harmonisches Ambiente. Entspannend wirkt auch die relaxte Musik und, je nach gewähltem Platz, ein verheißungsvolles Knistern aus der Küche. Die casual Karte ist fest, die Menüs wechseln monatlich. Zurzeit gibt es Deutsch und Französisch, ab Mai dann Italienisch anstatt Französisch. Geöffnet ist die Kitchen Library dienstags bis freitags ab 17 Uhr und am Wochenende wird zusätzlich von 12-17 Uhr ein wechselndes Mittagsmenü für 21,50€ angeboten und die Tageskarte trumpft mit selbstgemachtem Kuchen auf.

Die Herkunft der Zutaten

Udo und Daniela achten auf die Herkunft der verwendeten Zutaten und sind regional gut verknüpft. Dies fängt bei Honig aus Brandenburg an und geht weiter bis zum Geschirr, das in Neukölln‘s Zokotucha Töpferei gefertigt wird. Im Angebot haben die beiden auch Berlin‘s einzigen deutschen Texas Longhorn Burger mit Fleisch von einer bayrischen Bio-Ranch. Das Wichtigste: Wie ist das Essen? Um das volle Spektrum der Kitchen Library auszuprobieren, entscheiden wir uns für das deutsche 3-Gang Menü inklusive Wein (61€) und, als casual Variante, Fish & Chips (17,50€). Da wir Speisen aus verschiedenen „Ecken“ bestellt haben wird gleich nachgefragt wie der zeitliche Ablauf gewünscht ist. Sehr aufmerksam. Man fühlt sich als Gast sehr gut aufgehoben und betüdelt. Noch vor der Vorspeise kommt Brot (im Säckchen) mit Orangen- und Zitronenbutter und Thymian-Estragon Öl. Die Präsentation ist top, das Brot leider etwas brüchig. Kleine Teller dazu wären schön, damit man nicht gleich den ganzen Tisch vollkrümelt. Eine Geschmacksexplosion im Mund ist dann die Blumenkohl Essenz mit Wildkräuter-Maultasche und Salat – ganz viele tolle Aromen die sich da verbinden. Als Hauptspeise gibt es Sauerbraten à la „Omi Knörlein“ mit Schokoladensauce, gebratenem Wirsing, Tomaten-Kräuter-Sesam-Riegel und Miniknödeln. Das Fleisch ist wunderbar zart und die leichte Süße der Sauce passt perfekt dazu. Genauso auch der 2014 Cabernet Sauvignon/Merlot vom Weingut Lukas Kesselring, nur einer von vielen ausgesuchten Weinen auf der Karte. Der Fokus liegt ganz klar auf deutschen Weinen, egal ob Mosel, Pfalz oder Rheinhessen, doch gibt es natürlich auch immer themen- und länderspezifische Weine im Angebot und auch die Franzosen sind immer vertreten. Ein kleines bisschen stört mich, dass zum Hauptgang kein neues Besteck gereicht wird. Vielleicht könnte man das bei Bestellung eines Menüs noch ändern. Die zwei Stück MSC zertifizierter Kabeljau sind großartig, ganz zart mit knuspriger Panade und serviert mit frischer, nicht so schwerer, selbstgemachter Remoulade mit Gurke und Ei. Von den selbstgeschnitzten Fritten sind wir leider nicht ganz so begeistert, kommen sie doch zu salzig und zu dunkel daher. Hier wäre weniger mehr. Kommen wir zum Nachtisch, oft meine Lieblingskomponente im Menü. Auch die Kitchen Library hat hier einiges zu bieten. Eine ausgefallene Collage von Popcorn Eis, Apfelstrudel, Schokoladencrumble, eingelegten Kirschen, dehydrierter Milch, Bananenkompott, Apfelpüree und Hibiskuspulver verteilt sich auf dem Teller. Das ist alles sehr schön anzusehen, schmeckt alles sehr gut und ist im Falle der dehydrierten Milch ganz neu und anders für mich. Es passt auch alles toll zusammen und doch ist es letztendlich ein bisschen zu viel Auswahl und die Hälfte wäre vollkommen ausreichend. Begleitet wird das Ganze von einem 2014 Bacchus edelsüß vom Weingut Lauermann & Weyer, den ich nur wärmsten empfehlen kann. Als Abschluss und nach nunmehr fast 2 ½ Stunden die wie im Flug vergangen sind gibt es als kleine Aufmerksamkeit zum Kaffee petit fours bestehend aus Schokoladenkuchen, Karottenkuchen und gebrannte Mandeln, was bei mir sofort Jahrmarktassoziationen weckt.

Als Fazit kann man sagen, die Kitchen Library sollte man auf jeden Fall mal ausprobieren. Die angemerkten kleinen Schwächen sind fix auszubügeln und die Qualität der Speisen und der hervorragende Service machen das locker weg. Das Konzept ist interessant und lässt jeden etwas finden. Die hervorragende Weinkarte inklusive top Empfehlungen tut ihr Übriges. Daniela und Udo sind klasse Gastgeber und wir wünschen ihnen viel Erfolg.

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